Es weihnachtet und silvestert! Achten Sie auf Ihren Hund!

Neben der Ferienzeit ist die Weihnachts- und Silvesterzeit mit Sicherheit die stressigste Zeit für unsere Hunde. Alles ist einfach anders. Die Menschen sind etwas hektischer, die meisten von ihnen müde und ausgelaugt und schnell gereizt. christmas1Dazu kommen eventuell andere Gassizeiten, und Gassispaziergänge im Dunklen statt im Hellen. Die Kälte, der Regen, der Wind. Je nach Hund und je nach Befindlichkeiten sind das alles Faktoren, die für den einen Hund leichter weg zu stecken sind als für den anderen. Ältere Hunde mit einem nicht ganz so jungen Bewegungsapparat haben mit Sicherheit mehr unter der Kälte zu leiden als die beweglichen Junghunde.

Dann duftet es so gut in unserer Küche; es wird gebacken und gebrutzelt mit vielen Kräutern und Gewürzen. Ob das jede Hundenase genau so gern mag?

Es sind selbstverständlich alles Sachen, die man nicht vermeiden kann und durchaus auch nicht vermeiden möchte. Winterzeit hat auch viele schöne Facetten. Sofakuscheln und chillen und irgendwie kommen die Menschen vielleicht doch etwas früher zum Ausspannen nach dem Arbeitstag im Winter als im Sommer.

Dennoch gibt es einige Situationen, die wir für unseren Hund stressfreier gestalten können:

sylvester

  • Bummeln auf dem Weihnachtsmarkt. Schön, aber bitte lassen Sie den Hund zu Hause. Auch nicht im kalten Wagen, der in der Dunkelheit auf einem Parkplatz steht und wo viele Menschen vorbei gehen. Lieber zu Hause in den eigenen vier Wänden. Die Gründe dafür sind vielfach, eine Diskussion darüber ist überflüssig.
  • Laute vorweihnächtliche Parties mit Besuchern: bereiten Sie den Hund gut vor, geben Sie ihm eine Rückzugsmöglichkeit, die er aber schon kennt und nicht erat am selben Abend ausprobiert wird. Sollte er das nicht haben, bereiten Sie ihm auf einen Aufenthalt in der Box vor, wenn es nicht anders geht, und platzieren Sie die Box da, wo er nicht gestört wird.
  • Duftige Gewürze wirken auf die Nase unserer Hunde um einiges stärker als auf unsere. Denken Sie daran, dass er nicht unbedingt neben Ihnen in der Küche stehen muss, wenn Sie diese Gewürze hantieren.
  • Weihnachtsfeier zu Hause: Super... aber auch hier gilt: nur so viel Kontakt und Streicheleinheiten, wie der Hund haben will. Zeigt er Meideverhalten ... Finger weg! Bitten Sie Ihre Gäste auch darum, das zu respektieren, vor allem auch wenn Kleinkinder dabei sind, die keine Erfahrungen mit Hunden haben.
  • Silvester: es ballert in der Nachbarschaft! Also ich gehe mal davon aus, dass Sie als Tierliebhaber selbst kein Feuerwerk abschießen. Aber die ganze Nachbarschaft können wir eben nicht davon abbringen: Also sehen Sie zu, dass die letzte Pinkelpause ermöglicht wird, bevor es los geht. Dunkeln Sie die Fenster ab, damit Ihr Hund die Blitze nicht mit bekommt und lassen Sie Ihren Hund nicht alleine oder sperren sie ihn nicht weg. Legen Sie bekannte Musik auf, am liebsten diejenige die er schon kennt und vielleicht schon mit entspannten Momenten verknüpft wurde. Sonstige Entspannungshilfe wie ein Entspannungsduft oder ein Thundershirt, Körperband, beruhigende Berührungen (am liebsten TTouches) können dann eine Menge bewirken. Bach Blüten (Rescue/Notfalltropfen) in der Woche davor (3x am Tag) und am Tag selber intensiv (alle 2 Std) verabreicht, beruhigen und stabilisieren das Nervenkostüm. Wenn er dennoch panische Angst hat, zittert und hechelt, geben Sie ihm Geborgenheit und Zuwendung und lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie seine Angst verstärken. Seien Sie für Ihren Hund da...
    Das, was er da gerade erlebt ist noch nicht mal für mich nachvollziehbar, geschweige, dass Ihr Hund weiß, was die Knallerei bedeutet. Für ihn ist es Lebensgefahr, nicht mehr und nicht weniger. Gehen Sie bitte damit dementsprechend um.

The day(s) after....

sylvester2Beobachten sie das Verhalten Ihres Hundes. Ist er schreckhafter oder reizbarer geworden, rastlos, unruhig und etwas reaktiver? Oder zieht er sich mehr zurück und schläft viel mehr? Das sind alles mögliche Reaktionen nach stressigen Erlebnissen. Auch da können Sie noch nachsorgen: mit ausgedehnten langsamen Spaziergängen, bei denen wenig muss und viel darf. Schnüffeln lassen, rennen lassen und einfach mit ihm zusammen sein. Die obigen Hilfsmittel können Sie getrost auch dann noch einsetzen.

Haben sie das Gefühl, dass seine Angst und Panik stärker sind und dass diese Mittel ihm nicht weiterhelfen, dann fragen sie bitte bei Ihrem Tierarzt nach und experimentieren Sie nicht selber mit Psychopharmaka.

Das sind meine paar Worte zur Saison. Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Zeit: wenig Stress, viel Freude, viel Geselligkeit und viel Muße. Ein schönes Ausklingen des Jahres 2014.