Warum die Ernährung Deines Hundes so wichtig ist.

So oft schon habe ich nach der Verhaltensanalyse gedacht, ich muss unbedingt etwas über die Ernährung des Hundes schreiben und darüber, wie sie das Verhalten des Hundes wesentlich beeinflussen kann.  Daher möchte ich hier, ohne komplett in die Tiefe zu gehen, für mehr Klarheit über den Napfinhalt Ihres Vierbeiners zu sorgen, denn gerade in diesem Bereich gibt es viele. Sehr auseinandergehende Informationen und wird mit dem Endverbraucher und dadurch mit der Gesundheit Deines Hundes wahrlich Schindluder getrieben.

Vorweg: Was in den Napf deines Hundes kommt, ist seine Energiezufuhr. Sie muss dazu dienen, dass dein Hund vollwertig ernährt wird, wodurch seine Vitalität aufgebaut oder erhalten wird, seinen Nährstoffbedarf – ohne den kein Lebewesen gesund bleibt oder alt wird – abgedeckt wird und ja, wodurch er Freude am Fressen haben kann und sollte.  Mit anderen Worten: es ist nicht egal, was Du Deinem Hund fütterst. Es ist keine Nebensache, sondern es ist lebenswichtig, für seine Gesundheit und für sein Wohlbefinden.

ALLES MARKETING?

Vielleicht nicht alles, aber ja doch: Vieles, vielleicht sogar das meiste, was auf den Etiketten und in den Verkaufstexten steht, ist gelinde gesagt an den Haaren herbeigezogen.  Wie auch in der Menschenernährung, ist es daher praktisch, Etiketten entziffern zu können, um herauszufinden, was in dem Futter alles enthalten ist. Das ist kein Hexenwerk, aber es setzt ein wenig Vorkenntnisse voraus. Wer sich nicht sicher ist, ob die Deklaration Ingredienzen auflistet, die seinem Hund guttun werden und die auch individuell für seinen Körper, seinen Gesundheitszustand und sein Verhalten einen Sinn machen, kann leicht an diese Information herankommen. Zum Beispiel, indem er oder sie sich an einem Ernährungsberater für Hunde wendet.

Ein kleiner Tipp vorweg: wenn wir davon ausgehen – und nein, das ist keine Glaubensfrage – dass der Hund ein Fleischfresser ist – dann sollte an vorderster Stelle der Deklaration keine Kartoffeln, Reis, Getreide oder Gemüse stehen, und schon gar nicht mehrere nacheinander. Dasjenige, was als erster Bestandteil aufgeführt ist, hat in Prozenten den größten Anteil.

Weiter wird mit verwirrenden Begriffen wie „Naßbarf“, „Trockenbarf“ und „Frischbarf“ eine Qualität vorgegaukelt, die dem Wort BARF nicht entspricht, wenn überhaupt, dann nur bei Frischbarf. BARF ist eine Abkürzung für Bones and Raw Food, eingedeutsch: Biologisch Artgerechte Rohfütterung. Da ist nichts trocken, alles nass par excellence, denn rohes Futter ist feuchtes Futter.

Natürliches Hundefutter

WHAT’S IN A NAME?

Marken mit viel Wolf, Wildnis und Steppen- und Waldbildern im Namen und auf der Verpackung suggerieren eine wunderbare wilde und „ursprüngliche“ Hundewelt, aus er Zeit, wo der Hund noch Wolf gewesen sein muss. Dazu kommt, dass es eben die Frage ist, ob das Fleisch tatsächlich vom nordamerikanischen Bison oder afrikanischen oder italienischen Wasserbüffel stammt oder ob das nicht einfach ein toll klingender Name für Rind ist. Gelogen ist es nicht, es sind tatsächlich Rindertiere, aber ob wir so viele Wildrinder hier in Europa haben, dessen Fleisch für Tiernahrung verarbeitet werden kann? Das Gleiche gilt für die exotischen Iberico Schweine: Schwein ist 1) nicht die optimale Fleischsortenwahl für Hunde und Iberico Schweine sind eben eine Schweinerasse. 2) Wer fragt nach, ob dieses Fleisch tatsächlich aus Spanien importiert wurde und 3) wäre das denn eine gute Option?  In wie vielen Supermärkten findet Ihr Koteletts vom Iberico Schwein? Augenwischerei, die dem Hersteller nichts kostet außer einen guten Grafiker und Marketing Menschen. Manche Firmen lassen ihre Produkte von „großen Namen“ aus der Trainerwelt bewerben. Dazu muss ich hier nichts schreiben, oder trinkst Du immer noch die Volluto Kapseln von Nespresso wegen George Clooney?

Eine seriöse Firma zeichnet sich durch die korrekte prozentuale Auflistung der Zutaten aus. Am Ende sollte in der Tat 100% dabei rauskommen, das wäre dann eine offene Deklaration und es wäre nicht mehr als natürlich, dass ein kleiner Anteil von den 100% aus Brühe besteht. Was mich stutzig macht sind Prozentuale Anteile, die bis zur zweiten Ziffer hinter dem Komma perfekt stimmen, um die 100% rund zu machen. Ich stelle mir dann immer vor, wer das so genau ausrechnen kann, diese 0,1% Weizenkeimöl, und wie dies im industrialisierten Herstellungsprozess so fein umgesetzt werden kann auf mehrere Hundert Kilo pro Charge. Eine elendig lange Liste von 0,02% Kraut „x“ oder 0,015% Mineral „y“ und umgerechnet 2 Acaibeeren oder 1 Heidelbeere dienen genauso gut zur Kosmetik der Inhaltsbeschreibung. Genau solche Angaben führen dazu, dass ich extra akribisch die Haupt- und andere Bestandteile unter die Lupe nehme.

Achte auch auf den Anteil, der mit „Fleisch“ beschrieben wird: wird dieser noch um eine weitere Liste mit Innereien ergänzt (Leber, Herz, Lunge, Niere, Kehlkopffleisch, Pansen) oder soll „Fleisch“ einfach alles abdecken? Das wäre dann eine halb offene Deklaration, und wenn man Pech hat, deckt Fleisch alles ab, was durch den Fleischwolf kommt: Venen, Bindegewebe, Organfleisch und Innereien und vielleicht tatsächlich auch einen Mini-Anteil Muskelfleisch, aber eben nur vielleicht, da man leider nur raten kann.

Hundefutter natuerlich orange
Selbstverständlich ist das zubereiten von natürlichem Futter etwas aufwändiger, aber man kann kreativ werden. Und vor allem weiss man, was in den Napf kommt, welche Qualität die Zutaten haben, und wenn man eine gute Ernährungsberatung hinzugezogen hat, weiss man auch, was jede Ingredienz der Gesundheit Deines Hundes bringt. Gemüsemischungen können roh oder gegart gegeben werden aber sollten auf jeden fall püriert werden. Man kann dies alles auf Vorrat zubereiten und portionsweise einfrieren oder man kann es jeden Tag frisch zubereiten. Auch hier gilt wieder: nicht jeder Hund verträgt alles und die Gemüsesorten sollten einzeln ausprobiert werden. Wenn alles gut geht, kann man 3 bis 4 Sorten mischen, aber man muss nicht. Auf jeden Fall wird das Leben bunter!
Hundefutter natuerlich gruen

FUTTER IST DIE BASIS-MEDIZIN

Hier lautet der Tipp: Muskelfleisch ist der beste Energiespender und ist am leichtesten zu verdauen. Alles andere darf in geringerem Masse auch in der Mischung enthalten sein, denn Organe sind sehr gute differenzierte Nährstoffspender aber sie erschweren den Verdauungsprozess und lassen Leber, Magen und Darm auf Hochtouren arbeiten. Der Anteil Muskelfleisch soll also immer größer (am liebsten 2 x) sein als die Summe der Innereien. Manche Hunde schaffen ein Innereilastiges Futter, andere leiden darunter und vergiften sich innerlich – Tag für Tag, bis ihr System es nicht mehr verarbeiten kann. Wenn das Futter nicht qualitativ hochwertig oder für Deinen Hund angemessen ist, kann das eine Vielfalt an Folgen haben, oftmals sogar kurzfristig aber auf jeden Fall auch langfristig.

Was die anderen Bestandteile betrifft: Getreide (Weizen, Dinkel etc.) gehört nicht ins Futter, Reis und Kartoffeln und Hafer wirklich nur bedingt, Süßkartoffeln sind nutzvoll. Auch Pseudogetreiden wie Hirse, Buchweizen und Amaranth können den Napf ergänzen, aber sind nicht unverzichtbar. Ich persönlich habe das aus meiner Fütterung vollständig gestrichen

Gemüse und Obst sind ein sinnvoller Bestandteil, bei dem man auch einiges nicht geben sollte (Tomaten, Paprika, Avocado, Auberginen, Zwiebel, Lauch), Kohlsorten in geringerem Maße und nur wenn es der Hund gut verträgt und Blattgemüse auch da, wo keine Nierenprobleme vorliegen. Zucchini, Süßkartoffeln, Karotten, Kürbis, Brokkoli, Pastinaken sind gute und nährstoffreiche Gemüsesorten die außerdem als Ballaststoff gute Arbeit verrichten. Obst kann man auch in kleineren Mengen hinzumischen, die effektivsten Sorten sind die Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Äpfel, Birnen und Bananen. Der Obstanteil sollte kleiner als der Gemüseanteil sein und ist nicht unerlässlich wegen der Neigung zur Gärung und wegen de Zucker.

Weitere wichtige Bestandteile sind Fette, Knochen und Vitaminen- und Mineralienzusätze wie auch Spender von Aminosäuren und Oligo-Mineralien. Hier können auch pulverisierte Nüsse, Samen und Kerne und einige wenige hochwertige Öle einen wesentlichen Beitrag liefern.

Mit einer ausgeklügelten Zusammensetzung aller dieser Elemente erhält man ein gutes und energiereiches Futter, das auf den jeweiligen Hund abgestimmt ist. Natürlich funktioniert dies nur bedingt mit Trockenfutter und Dosen von der Stange. Aber bei letzterer Form kann man auch selbst noch sinnvolle Ergänzungen überlegen.  Es müssen nicht nur die Muskeln des Hundes versorgt werden, sondern auch die Knochen, die Haut, die Organe, die sensorischen Organe und das Nervensystem.  Wenn das Futter hinkt, leidet der Hund, zumindest wenn es langfristig oder dauerhaft gefüttert wird.

WANN SOLLTEST DU ETWAS ÄNDERN?

Ich liste sie hiernach einige negativen Folgen von unangemessener Fütterung auf und nein, sie müssen lang nicht alle auf einmal auftreten. 2-3 negative Folgen reichen vollends, um sich eine baldige Futterumstellung zu überlegen.

  • Sämtliche Magen-Darmprobleme
    • regelmäßige Durchfälle (Täglich oder mehrfach in der Woche)
    • übermäßiges Grasfressen
    • Erbrechen
    • Flatulenz
    • Bauchgrummeln
    • Reizdarm, löchriger Darm
    • riesige Mengen an Häufchen und übelriechend
  • Mäkeln und Mahlzeiten überspringen
  • Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (Entzündung oder Insuffizienz)
  • trübe und unsaubere Augen
  • starker Ohrausfluss und Entzündungen in den Ohren
  • Probleme mit der Analdrüse
  • Körpergeruch
  • Mundgeruch
  • Zahnbelag
  • Stumpfes und/oder ranziges Fell
  • Hautprobleme
  • Futtermittelunverträglichkeiten und -Allergien
  • Rastloses Verhalten insgesamt
  • Erregung und Aufdrehen nach dem Fressen

Zu dem mäkligen Fressverhalten möchte hinzufügen, dass Hunde wissen, was ihnen guttut und was nicht. Nimm das Mäkeln ernst, und schiebe es nicht auf die Rasse, auf die Verwöhnung, Lebensalter, wie Pubertät, auf die Eltern und/oder Vergangenheit. Schaue hier und jetzt, wie die Ernährung Deines Hundes verbessert und optimiert werden kann.

Züchter haben einen enormen Einfluss auf das Futter der Welpen, die sie verkaufen. In der Regel geht es bei vielen Züchtern um industrielle Trockenfuttersorten, die tatsächlich spezielle Programme und Marketing für Züchter anbieten. Andere Züchter wiederum empfehlen einfach nur rohes Fleisch und ein Öl und sonst nichts, und wiederum andere haben sich dem Marketing von Dosenfutter verschrieben. Mit allem Respekt möchte ich hier dringend empfehlen, die Kompetenz in Sachen Futter deines Züchters zu hinterfragen. Nein, 30 Jahres Zucht einer Rasse mit dieser Futtermarke reichen nicht.

Wichtig ist auch, nicht zu warten bis der Welpe ausgewachsen ist, um vom Alleinfuttermittel in trockener Form auf eine andere Fütterung umzusteigen. Gerade im Wachstum braucht Dein Welpe nährstoffreiche und angemessene Ernährung.

Und zuletzt noch: Du wirst zuschauen können, wie der kleine, aber auch der erwachsene Hund einen „anderen“ Körper bekommt: die Augen werden klar, die Ohren bleiben rein, der Stuhlgang wird kleiner und geruchsärmer, die Muskeln werden sichtbar, die Energie deines Hundes ebenfalls und das Fell wird weich wie Seide, es sei denn du hast eine drahtige Rasse.

GEHT DANN WIRKLICH NUR BARF?

Ich schreibe diesen Beitrag nicht, um zum Schluss zu kommen, dass nur frisches, rohes Fleisch und Gemüse das einzige Richtige für jeden Hund sein kann. Dennoch ist es die schönste und hochwertigste Art und Weise, Deinen Hund wirklich vollwertig zu ernähren – wenn Du über einen guten Futterplan von einem gut ausgebildeten Profi verfügst. Ernährungsberater, die nur eine Marke vertreten und von dieser Firma „informiert“ sind, sind nicht als Ernährungsberater ausgebildet. Sie sind mit Informationen ausgestattet, sodass sie dieses Futter an den Mann /an die Frau bringen können. Wenn das jetzt ein gutes Fertigfutter ist, dann könntest Du Glück haben. Hast Du hiermit kein Glück, und es tut Deinem Hund nicht gut oder er will es nicht fressen, stranden diese Berater meistens und weichen auf eine andere Fleischsorte aus dem Sortiment aus, auf fertiggemischte Ergänzungen oder auf die berühmte „Sensitive“ Produkte, die offenbar in keinem Sortiment fehlen dürfen.  Das kann ein langer Leidensweg werden. Werfe das Ruder um! Jetzt.

Schaut Euch Eden an auf diesem Bild: Trotz normaler Gassirunden ein Muskelpaket, das ihm sehr geholfen hat, weil er nicht die 1a Hüfte hatte und als Welpe bereits werden Schulterprobleme operiert wurde. Das Fell glänzend, seidig weich, kein permanentes Haaren, Farbe tief und satt, klare Augen, saubere Ohren, kein Geruch.

Hund gesund durch natürliches Futter

Die unterschiedlichen Futterweisen

TROCKENFUTTER (TroFu)

  • Trockenfutter (extrudiert in der Form von Kroketten)
  • Halbfeuchtes Trockenfutter (weiche Happen)
  • Gepresstes Trockenfutter (harte Happen)
  • Trockenfutter (gebacken)
  • Trockenfutter (Luftgetrocknet)
  • Trockenfutter (gefriergetrocknet)

In dieser Phase meines Lebens kommen diese og. Sorten meinen Hunden nicht mehr in den Napf und als Tipp erwähne ich, dass die Liste in der Reihenfolge von nicht empfehlenswert bis akzeptabel erstellt wurde.

Dass der Nährstoffbedarf Deines Hundes, Welpen, Junghundes im Wachstum nur durch Trockenfutter gesichert werden kann, ist ein Märchen. Dass nur die Brocken für saubere Zähne sorgen können, ist ebenfalls ein Märchen.

Ja: Trockenfutter ist enorm zeitsparend, nein: nicht immer geldsparend und überhaupt sind die teuersten Sorten (auch die veterinärmedizinischen) nicht unbedingt die besten. Die Eigenmarken aus den Handelsketten sind in meinen Augen selbstverständlich zu vermeiden. Mehr sollte und wollte ich an dieser Stelle dazu nicht sagen.

Zu empfehlen ist, dass man immer die kleineren Gebinde kaufen sollte, so dass der Sack innerhalb von max. 2 Wochen leer ist und darüber hinaus sollte das Futter luftdicht (absolut hermetisch verschlossen!) aufbewahrt werden, da sich sonst die Futtermilbe darin breitmacht, was zu allergischen Reaktionen des Hundes führen könnte.

 

 

 

SINNVOLLE ERGÄNZUNGEN können dem trockenem Alleinfutter und auch Nassfutter hinzugefügt werden: Ab und zu ein Löffel rohen Honig oder Pollen, regelmäßig ein fermentiertes Milchprodukt (Kefir, Hüttenkäse, Joghurt oder Fetakäse), ein gekochtes Ei (Dotter fließend), gemahlene Nüsse, Kerne und Samen, ab und zu ein Eßlöffelchen Apfelessig, Moorerde, Lachsöl, Kokosöl. Wer Gemüse oder Obst hinzugeben möchte, sollte dies roh pürieren oder andünsten und pürieren. Geben Sie keine Essensreste, die scharf gewürzt sind oder stark angebraten. Aber dies alles muss man unter Beobachtung geben und schauen, ob es dem Hund tatsächlich gut tut, denn nicht jedes Verdauungssystem ist stark genug trainiert um solche Ergänzungen gut zu verarbeiten.

NASSFUTTER (Dosen)

  • Menüs
  • Reinfleischdosen

Bei Menüs bin ich a priori sehr wählerisch: ich möchte nur eine einzelne Fleischsorte haben und keine Kombination. Vor allem möchte ich nicht, dass auf dem Produkt „Huhn“ steht, wenn in der Deklaration nur 16% vom Fleischanteil als Huhn aufgelistet wird und die andere Tiersorte einfach verschwiegen wird.  Auch ich füttere gern mal eine Dose – zum Beispiel, wenn ich mit Hund unterwegs bin. Dazu nehme ich entweder eine für gut befundene Menüdose oder eine Reinfleischdose, die ich mit Gemüse und anderen Zutaten ergänze.

Statt in Dosen kann Nassfutter auch im Glas, in Pouches oder „Wurst“-Form angeboten werden. Der Inhalt sollte der gleiche sein. Manchmal ist auch die Form der Abfüllung noch ein Kriterium.  Metalldosen sind halt sperrig, und Glas muss man beim Altglas entsorgen.

In meinen Augen ist Nassfutter – natürlich, je nachdem wie es zusammengestellt ist und welche Qualität es hat, die nächsthöhere Stufe über Trockenfutter. Auch hier wiederum gibt es viele Angebote, bei denen ich die Hundehalter zur sofortigen Umstellung rate, und andere kann man durchaus als Dauerfutter nehmen, wenn man einige Ergänzungen hinzufügt. Je nach Deklaration (kaufen Sie nur Produkte mit offener Deklaration, das heißt: alle Einzelne Zutaten sind aufgelistet und mit Prozentsatz vom Ganzen genannt), können Sie sich auch für eine gute Naßfütterung entscheiden, das ist auf jeden Fall bei guter Qualität bereits eine enorme Verbesserung gegenüber Trockenfutter, da es nicht so stark denaturiert ist. Ich vergleiche hier gern eine Tütensuppe mit einer Dosensuppe.

Im Gegensatz zu dem, was gern so empfohlen wird: so viel Sorten wie möglich, damit der Hund sich an allem gewöhnen kann und viel Abwechslung hat, empfehle ich hier, erst einmal eine Sorte einer Marke einige Wochen lang zu probieren. Geht dies gut, dann kann man eine zweite Sorte hinzunehmen, die man dann einige Wochen ausschließlich füttert und so könnte man mit einer dritten Sorte verfahren. Diese Sorten würde ich dann nicht im täglichen Wechsel füttern, sondern mehrere Tage (4-7) nacheinander und dann eine andere Sorte. Mehr als drei Sorten würde ich erst einmal nicht verfüttern. So bekommt das Verdauungssystem Zeit, die Bestandteile kennenzulernen und gut zu verdauen. Es kommt Ruhe in das Verdauungssystem. Wird der Hund mit einer minderwertigen Qualität gefüttert – und das war überhaupt der Anlass für diesen Beitrag – dann rate ich zur sofortigen und kompletten Umstellung ohne Übergang. Ich will hier noch einmal betonen, dass mangelhafte Qualität Deinen Hund systemisch schädigt, Napf für Napf.  Sobald Du weißt und gelernt hast, dass ihm dies nicht guttut, gib es ihm bitte nicht mehr. Sobald er mäkelt, und es nicht sofort wegfrisst, überlege eine Optimierung, denn er macht das nicht, weil er „verwöhnt“ ist.

Bolonka Gutes Menue
Diese beiden Racker haben auf jeden Fall von einer Futterumstellung profitiert. Gerade bei Welpen kann das unpassende Futter zu Bauchweh und Überdrehtet führen. Das äussert sich in beissen und Rastlosigkeit. Bei Antti (rechts) kehrte unmittelbar nach der Umstellung Ruhe ein. Happy (oben) fand im Haus mehr Ruhe nach der Umstellung.
gutes Welpenfutter

BEISPIELE AUS MEINE TRAININGSPRAXIS

Vor einiger Zeit hatte ich diese Erfahrung mit einem Welpen von ca. 14 Wochen, der Nassfutter einer bekannten Marke bekam, weil es die Züchterin so empfahl. Der Knirps hatte mehr Durchfall als schöne Häufchen und vor allem viele große weiche Häufchen am Tag, mehr als Eden, mein ausgewachsener Boxerrüde mit 31 kg. Die ersten Wochen war sein Verhalten noch OK, aber im letzten Training war der kleine Mann so gut wie nicht hantierbar. Frauchen berichtete, dass er nun zunehmend in die Hosen und Hände beißt und ich konnte es nach der Stunde bezeugen. Der Welpe war so aufgedreht, rastlos und fahrig, dass die Trainingsstunde kaum genutzt werden konnte. Eine neue für gut befundene Nassfuttersorte wurde bestellt, am Tag vor dem nächsten Training bereits gegeben und ich bekam nach 3 Fütterungen einen aufgeweckten, aber nicht überdrehten Welpen ins Training, der fantastisch mitgemacht hat. Der Effekt hält an und der Welpe ist nun mit 5 Monaten so weit im Training, dass er jetzt schon ein Traumhund ist.

Und gerade vorletzte Woche erfahre ich schon wieder von einem kleinen Zwetna Bolonka, dessen Frauchen ich während der Verhaltensanalyse empfohlen hatte, auf ein anderes, hochwertiger zusammengestelltes Nassfutter umzusteigen, Gesagt, getan und schon schläft der kleine Hund schon tiefer und kommt schneller zur Ruhe im Haus. Es gibt sehr schnell Veränderungen, wenn 1) das unpassende Futter nicht mehr gegeben wird und 2) ein besseres nun in den Napf kommt. Macht doch eigentlich absolut einen Sinn, oder?

Erst, wenn das unangemessene Futter nicht mehr gegeben wird und durch ein gutes ersetzt wird, ist der Effekt quasi unmittelbar. Ich bin jedes Mal verblüfft.

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BARF ODER FRISCHGEKOCHTES FUTTER

Für diese Fütterung werden die meisten Hunde Ihnen dankbar sein und es wird sich in ihrer körperlichen und mentalen Verfassung niederschlagen. Sein Körper verändert sich sichtbar, in Tagen, nicht in Wochen. Das schreibe ich als Verhaltenstrainerin. Nicht selten kann ein Hund, wenn er die richtige Energiezufuhr bekommt, sich ganz anders verhalten, in der Regel wird er ruhiger, gleichmütiger und ausgeglichener.

Dies umfasst sowohl gekochtes oder gedünstetes Frischfleisch und Gemüse wie auch roh. Alles hängt von der Verdauung Ihres Hundes ab und den Aufwand, den Sie betreiben wollen. Eins ist sicher, es ist eine Frage der Organisation und der Gewöhnung, denn wenn alles einmal berechnet und eingekauft ist, spielst Du damit. Eigentlich gibt es hier kein „geht nicht“, und meistens ist es „ich möchte das nicht“ und das werte ich auf gar keinen Fall. Ich musste mich auch am Umgang mit Rohfleisch gewöhnen und es war anfangs eine echte Überwindung. Heute habe ich Freude an der frischen Fütterung, denn bei jeder Zutat weiß ich, wie ich damit die Gesundheit meines Hundes positiv beeinflusse. Eine Umstellung auf BARF oder gekochtes würde ich nicht ohne eingehende Beratung und Futterplan empfehlen, daher gehe ich hier auch nicht in die Details. Ausgebildete Ernährungsberaterinnen erstellen Dir – passend für Deinen Hund unter Berücksichtigung seiner Rasse, seines Gesundheitszustandes, seines Alters und Ihrer Möglichkeiten – einen detaillierten Plan, bei dem sie die Energieversorgung simuliert und abgecheckt haben. Dazu erhältst Du einen Einkaufsplan und jede Menge Quellen und Ressourcen, wo was bestellt werden kann. Welpen können perfekt im Wachstum begleitet werden, und die Ernährung älterer Hunde brauchen auch eine Anpassung. All dies liegt im Kompetenzbereich einer Ernährungsberaterin.

Die Vorteile von frischem Futter oder einem BARF-Plan sind:

  • Du weißt genau, was in den Napf kommt
  • Das Futter spendet eine sauberere Energie
  • Du kannst sofort auf gesundheitliche Themen reagieren
  • Du kannst sein Gewicht besser beeinflussen und regulieren
  • Die Hunde bekommen eine schönere und ausgeprägte Muskulatur
  • Es gibt keine Gerüche mehr
  • Der Hund trinkt weniger, da seine Ernährung viel Wasser enthält
  • Die Häufchen sind klein und wenig

 

Nicht selten kann tatsächlich eine passende Ernährungsberatung gesundheitliche Probleme, die bisher chronisch verlaufen sind, regelrecht abfangen.  Eigentlich logisch, aber leider nicht so bekannt.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Beitrag für eine bewusstere Fütterung Deines Hundes sensibilisieren. Es ist so ein wichtiger Pfeiler in der Gesundheit Deines Vierbeiners und es kann so viel Probleme vorbeugen. Auch wenn es nicht unbedingt sehr viel teurer ist, es kostet etwas mehr, aber das sparst Du später ein, wenn Du seltener wegen Probleme in der Tierarztpraxis antanzen musst. Die medizinischen Kosten verschieben sich dann in die Richtung der Prophylaxe und das ist doch viel positiver, als wenn schon ein Problem vorliegt, das es zu lösen gibt.

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LECKERCHEN NICHT VERGESSEN!

Ganz wichtig: Wenn man sieht, was nicht passendes Futter im Hundekörper anrichten kann, dann muss man auch überlegen, welche Qualität die Leckerchen haben, die man an den Gassirunden und den Trainings verabreicht, Achtet bitte auch darauf, denn je nach Trainingsstand und Verhalten, fließt da schon auch noch eine Menge davon in den Hund. Dosiere Käse und Saitenwürstchen sparsam, denn sie sind fetthaltig und Würstchen haben viele Zutaten, die niemand guttun. Trockenfleischbröckchen können in der Menge mit dem Futter verrechnet werden und selbstgebackene Happen sind selbstkontrollierbar. Auch hier ist das Angebot groß. Meide die Tonnen mit offenen Leckerchen, die du abwiegen kannst und die Marken mit fröhlich klingenden Namen, die man an der Tankstelle findet, sind regelrecht schädlich, auch wenn der Hund darauf abfährt (oder vielleicht gerade deswegen).

 

Ich wünsche es Dir und Deinem Hund von ganzem Herzen! Wenn Du mehr wissen möchtest, berate ich Dich gern.

 

Katrien Lismont, Mai 2026