ILIOS vom Talheimer Schlossberg (°30.05.2005 - +18.09.2016)

einer der besten Lehrmeister

Ilios wurde geboren als Adolar, dann hieß er Ilias und wir haben ihn nach einem Jahr in Ilios umgetauft. Recht typisch, da das Leben mit Ilios uns bereits durch viele Höhepunkte und Täler geführt hat. Durch Ilios konnte ich lernen, dass man mit sanftem und ausdauerndem Training selbst einer sehr komplizierten, hoch reaktiven und unsicheren Persönlichkeit Sicherheit geben kann. Ilios verhält sich draußen äußerst reaktiv und ist drinnen in seinen vier Wänden die Sanftheit in Person. Sicherlich liegt das an einigen gesundheitlichen Themen, die auch mir wieder Gelegenheit geben, neue Aspekte des ganzheitlichen Hundetrainings kennen zu lernen und zu vertiefen. Die Herausforderung, die er uns draußen mit seiner Reaktivität stellte, verwandelte sich durch Training schnell von körperlicher in eine mentale Herausforderung, die wir mittlerweile sehr gut beherrschen. Trotz hoher Reizbarkeit bleibt Ilios heute zu 90% ansprechbar und handelbar. Er hat einen sehr weichen Kern in einem kernigen dynamischen Körper. Wie Daisy hat auch seine Persönlichkeit eine Vielzahl an Facetten und wie Daisy stellt auch er unsere Lernbereitschaft auf die Probe. Geduld, Stetigkeit, Ruhe und Geistespräsenz sind die Eigenschaften, die ich durch ihn schärfen konnte.
Sobald wir das richtige Training für ihn (und für alle Hunde) gefunden hatten und täglich anwenden konnten, wurden unsere Spaziergänge zu Übungsmöglichkeiten und gewann das andere Ende der Leine (ja ich) an Sicherheit und Gewandtheit. Körperlich stellt Ilios heute kaum noch eine Herausforderung dar. Er ist heute ein gut trainierter und aufmerksamer Rüde, mit dem man draußen viel Freude hat und der drinnen ein ruhiger Geselle ist. Er ist zwar immer noch sehr erregbar, aber mit einiger Hilfe bekommen wir die meisten Situationen gut hin. Er ist mein Held!

 

Update Juni 2016

Ilios ist heute 11. Ich kann es fast nicht glauben, dass wir mal einen Boxer in dem Alter bei uns haben dürfen. Körperlich hat er schon einige Knackpunkte: fortgeschrittene Cauda Equina und stark verknöcherte Spondylosen. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Aber das ist er nicht... ganz und gar nicht. Mittlerweile ist er ruhiger geworden und er ruht auch viel mehr in sich, wenn er draussen ist. Wir haben mit ihm durch die dazu gekommene BAT Methode eine Menge mehr Ruhe erreichen können, weil er nun selbstwirksam das Tempo bestimmen kann, in dem wir uns Auslösern annähern. Er wird gehegt und gepflegt... wir wollen das Leben mit ihm noch länger geniessen. Eins kann ich bis heute nicht. Ilios einen Opa nennen :-)

 

Update 17. August 2017

Ein Jahr ist  bald her, seit unser Ilios seine letzte Reise angetreten ist. Kurz nach dem vorigen Update, schlug die Cauda Equina vollends zu und führte zu einer Lähmung im rechten Hinterbein. Im Endeffekt hätten wir das irgendwie hin bekommen, er hat gelernt seinen Körper anders fort zu bewegen, auch wenn es alles andere als leicht für ihn war.  Durch einiges hin und her in Sachen tiermedizinischer Beratung, haben wir anfangs kostbare Zeit verloren aber durch die kompetente Hilfe von unserer Tierärztin Dr. Heidi Kübler und unserer Physiotherapeutin Dr. Britta Schmid, hatten wir insgesamt noch 3 innige Monate zusammen. Bis wir erfuhren, dass er zusätzlich tumoröses Gewebe im Bauchraum hatte, das ihm in den letzten Wochen seines Lebens enorm viel Schmerzen und Diskomfort bereitete. Sein Kopf war noch da, der Wille auch, aber der Körper liess uns keine Wahl. Eine schwere Entscheidung mussten wir treffen, die schwerste überhaupt. Am 28. September 2016 mussten wir ihn abgeben. Bis heute sind die Gedanken an seinen Verlust sehr schmerzerfüllt. Wir sind dennoch enorm dankbar, ihn mehr als 11 Jahre in unserem Leben gehabt zu haben. Ich habe von und durch ihn so viel über Hundetraining und -verhalten gelernt wie nie zuvor. Danke mein Großer, du bist für immer in unseren Herzen. Wir vermissen dich!

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