DAISY von Marienfeld (24.07.1999 - 04.07.2007)

Die schwarze Maus, die ihren eigenen Schatten fürchtete

Nach dem Abschied von Uzzi 2000, fanden wir es wichtig, dass Xanthos vor allem in dem neuen Lebensraum nicht alleine sein würde. Ob diese Art von Überlegungen so ganz richtig sind, stelle ich heute zwar in Frage aber ohne diese Entscheidung wäre Daisy nie in unser Leben getreten und das wäre unverzeihlich.
Daisy kam im Alter von 9 Monaten ebenfalls von der Weser. Sie wurde uns von der Züchterin geschenkt, weil sie so ängstlich war, dass jeder Schritt in ihrem Leben ein Spießrutenlaufen war. Ich hatte sie auf Probe abgeholt und Daisy hatte sich in der ersten Woche mit mir alleine gut eingelebt. Nur konnte sie sich am Wochenende nicht mit Paul anfreunden und hat ihn in den ersten 3 Wochen gescheut. Sie ist durchs ganze Haus gehuscht und er konnte sich nicht bewegen ohne dass sie sich duckte. Das war ein großes Dilemma und ich hatte damals bei Weitem nicht genug Hundewissen, um mit diesem Problem umzugehen.
Wir mussten Daisy für ein Wochenende wieder bei der Züchterin unterbringen, weil wir ihr keine Gruppenwanderung zumuten wollten. Die Verleitung, sie dort zu lassen war schon da. Aber ich konnte es nicht abwarten sie am Montagmorgen wieder abzuholen. Als sie mich sah überschlug sie sich vor Freude und in diesem Moment wusste ich, dass wir das hinbekommen.
Als Paul am nächsten Freitag nach Hause kam, war es, als wenn sie sich schon Jahre kannten und sie schlief auf seinem Schoß ein. Daisy war eine sehr besondere Hündin, sie hat uns viel über Geduld und Ruhe und Sanftheit gelehrt. Ich bin durch sie auf die Tellington TTouch® Ausbildung gekommen.
September 2002 hatte sie zusammen mit Xanthos ihren Wurf mit 6 wundervollen Boxerwelpen und die Zeit danach war wunderbar mit unserer kleinen Hundefamilie.
Daisy bekam mit 8 Jahren Epilepsie Anfälle. Sie steigerten sich sehr schnell in ganz schlimme Krämpfe und als wir sie im Scanner untersuchen lassen wollten, hat sie die Narkose in einen Dauerkrampf versetzt. 17 Stunden später konnte ihr Körper nicht mehr und sie schlief zu Hause für immer ein. Es war ein sehr dramatischer Abschied für uns alle und wir haben Jahre gebraucht, dieses wundervolle Wesen mit ihren vielen Facetten loszulassen. Auch hier würde ich heute wieder besser wissen was wir für sie tun könnten. Sie bleibt für immer in unseren Herzen – und ich möchte ihr so gern noch mal begegnen, weil wir so ganz und gar nicht auf Ihr Weggehen vorbereitet waren.

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