Silvester ist nahe!

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Auch wenn wir es anders wünschen würden, es ist wohl nicht abzustellen, dass an Silvester wieder geböllert wird. Meine eigene bescheidene Meinung zu dem Thema: Kann man das Böllern nicht reduzieren auf einige strategische Orte, die aus vielen Blickwinkeln sichtbar sind und / oder gut erreichbar sind, für diejenigen, die es aus der Nähe betrachten können. Möglichst fern vom Wald, möglichst fern von Ställen, möglichst fern von Wohngebieten. Das muss doch möglich sein?
Mit der Hunde-, Katzen-, und Pferdepopulation (um nur einige Haustiere zu nennen), die wir im Moment haben, wird das Silvesterfeuerwerk in den letzten Jahren wirklich zu einer potentiellen dauerhaften Schädigung oder Traumatisierung der Tiere. Die Menschen, die die Folgen mit tragen, können ein Lied davon singen.
Es gibt Hunde, die danach 3 Monate lang nicht aus dem Haus gehen wollen. Es gibt Katzen, die einfach nur scheu und schreckhaft bleiben. Und wer sich an dem fürchterlichen Beißvorfall in Sindringen im letzten Jahr erinnert: die Fluchtreaktion des Hundes wurde Ende Januar durch einen Knall verursacht. Der Beißanfall ereignete sich, als er kauernd gefunden wurde und wahrscheinlich gezwungen wurde oder bedrängt wurde, mit nach Hause zu kommen. Natürlich ist hier nicht nur das Feuerwerk Schuld, sicherlich ist auch Einiges nicht ganz so wünschenswertes in der Haltung und Erziehung vorangegangen. Dennoch: wenn ein Tier von der Knallerei dermaßen traumatisiert wurde, reicht einige Zeit später ein einziger Knall, um das Panikverhalten mit größerer Heftigkeit auftreten zu lassen. Das Tier kann seine Reaktionen nicht steuern, der Mandelkern im Gehirn übernimmt die Kontrolle.

Nicht nur die explosiven Geräusche sind Auslöser von heftigen Reaktionen sondern auch diese unerklärlichen Blitze am Himmel, die der Hund nicht nachvollziehen kann.

Wie dem auch sei. Hier sind meine Empfehlungen:

Egal ob Sie einen neuen Hund, einen Welpen/Junghund (bis 2-3 Jahren) oder einen schreckhaften Hund haben. Bitte ergreifen Sie diese Maßnahmen nicht erst dann, wenn das Feuerwerk gerade loslegt, sondern überlegen Sie sich schon in den Tagen vor Silvester, was Sie hiervon vorbereiten können.

  • Türen und Fenstern schließen
  • Geschirr mit Marke anlassen (für alle Fälle)
  • Rolladen herunter lassen (wegen der Blitze)
  • Hund möglichst im inneren Kern des Hauses aufhalten lassen
  • Hund etwas ganz leckeres außergewöhnliches zum Kauen geben
  • Musik oder Fernsehen laufen lassen. schon bevor Feuerwerk losgeht
  • Hund spätestens vor 23:00H rauslassen. Wenn vorher schon geböllert wird, protestieren Sie oder unternehmen Sie etwas dagegen, es ist gesetzlich erst ab Mitternacht zulässig. Das Recht ist auf Ihrer Seite!
  • Bleiben Sie selber ruhig, nehmen Sie möglichst Ihren Hund nahe zu sich und streichen Sie ihn langsam ab (Nicht nur wenn es startet)
  • Legen Sie ihm ein Körperband oder Thundershirt an
  • Erkundigen Sie sich, wie Sie ihn mit Bach Blüten oder sonstigen natürlichen beruhigenden Ernährungsergänzungen helfen können. Spätestens 3-4 tage vor dem 31.12
  • Hund mit Sicherheit nicht wegsperren oder irgendwo alleine lassen!

Und um mit einem Ammenmärchen auf zu räumen: Wenn Sie Ihrem Hund in einer Situation von Angst und Panik Schutz und Geborgenheit geben, verstärken Sie die Angst NICHT. Das wird im Fernsehen immer gern mal behauptet, und es ist gründlich falsch. Wenn Ihr Hund Panik hat und zittert, hechelt und außer sich ist, versuchen Sie, ihm durch zarte und langsame Berührungen zu beruhigen. Es kann aber sein, dass er durch seinen Zustand keine Berührungen ertragen kann, dann wird das Körperband oder das Thundershirt helfen.

Denken Sie über die notwendigen Maßnahmen nach. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass wenn Ihr Hund beim letzten Silvester unberührt geblieben ist, es diesmal auch so sein wird. Beobachten Sie Ihren Hund und seien Sie für ihn da.

Ich berate Sie gern eingehender, wenn Sie mich anrufen oder anschreiben.

Gutes Gelingen! Ich höre gern Ihre Feedbacks!

Katrien