Justy Mai 2016

 

Justy ist ein Mini Aussie. Er ist 4 Jahre alt und kam zu uns ins Training wegen seiner Leinenaggression. So wie er sich im Erstgespräch gezeigt hat, war es für mich schwer zu glauben, dass dieser Bube sich an der Leine in einen Derwisch verwandeln konnte.

Für mich wahrnehmbar war, dass er zwar äußerlich ruhig aber innerlich rastlos war. Er konnte sich nicht hinlegen und stand einfach herum.

So wie ich es immer mache, frage ich im Erstgespräch viele Details ab und versuche die Antworten, die ich bekomme in ein großes Bild vom Hund zusammen zu fügen.

Wir stellten fest, dass Justy ein zu großes „TUN“ Programm hatte. Viel und lange Gassis, viel und oft aufgeregtes Ballspiel und drinnen auch noch Kopfbeschäftigung. Dazu kamen einige einschränkende Rangreduzierende Maßnahmen aus der bisherigen Trainingsgeschichte.
Wir haben diese vereinzelte Maßnahmen gestrichen bzw. reduziert. Als das Frauchen einige Tage später ins erste Markertraining kam, konnte sie berichten, dass die Leinenreaktivität auf Einzelfälle reduziert war. Ohne Training.
Dann haben wir angefangen, Justy belohnungsorientiert zu trainieren. Als beide ins zweite Training kamen, lief Justy aufgerichtet und mit viel Aufmerksamkeit neben seinem Frauchen.
Und so geht es nun weiter... es fallen mir noch einige Sachen auf: sein Fell ist weicher und glänzender, seine Augen strahlen, er ist interessiert dabei und möchte einfach kooperieren.

Nun sind beide bereit für die BAT Trainings, die wir im GassiPartner programm anbieten. Und für den Nasenspaß Kurs hat Frauchen sich auch angemeldet.

Was ich mit dieser Geschichte sagen möchte: Es ist nicht immer schwer und stressig, an unerwünschtem Verhalten zu arbeiten. Wenn man versteht, dass der Hund aus mehr als nur aus situativ gezeigtem Verhalten besteht, und wenn man dazu bereit ist, mehrere Aspekte seines Alltags unter die Lupe zu nehmen und daran etwas zu ändern, dann ist das die berühmte halbe Miete. Das Training, ist dann noch das spaßige i-Tüpfelchen.
Ich danke Justy’s Frauchen für ihre Offenheit und ihre Bereitschaft, meinen Weg mit zu gehen. Es ist fürwahr nicht selbstverständlich, Gewohnheiten um zu stellen.